Kriegstagebuch 1. Weltkrieg

Es ist das Jahr 1914. In Sarajevo sind der Thronfolger von Österreich-Ungarn und seine Frau einem Attentat zum Opfer gefallen. Der 22-jährige Ernst Pauleit leistet schon seit ein paar Monaten Wehrdienst. Am 29. Juli erhält der Fußartillerist Marschbefehl nach Köln. "Die Entwickelung der Dinge mahnte zu höchster Bereitschaft", schreibt er in seinem Tagebuch. Der Erste Weltkrieg steht unmittelbar bevor.
Zehn Bände füllt Ernst Pauleit in jener Zeit mit Notizen, nach dem Krieg fasst er seine Tagebücher mit Hilfe einer Schreibmaschine zusammen. Jetzt veröffentlicht sein Urenkel die Erinnerungen in einem Blog. Die Einträge auf "1914-1918 - Die Entwicklung der Dinge" erscheinen sozusagen in Echtzeit, auf den Tag genau hundert Jahre später.

21.1.1918
Ein dreistündiger Fußmarsch bringt uns über Ferrière la Grande (wo unsere Geschütze zur Reinigung und Auffrischung abgegeben werden) nach Consolre, einem Städtchen von etwa 3000 Einwohnern nahe der belgischen Grenze. Hoffentlich bleibt unsere Ruhe diesmal von den bekannten unangenehmen Begleiterscheinungen verschont.   Der nächste Tagebucheintrag folgt am 3.2.
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20.1.1918
Das angekündigte Herausziehen der Batterie ist noch um einige Tage verschoben worden und findet erst heute statt. Wir marschieren 2 Uhr nachmittags nach Liesse, der selben Bahnstation, die wir bereits bei unserer Ankunft kennen lernten. 10 Uhr abends verlassen wir die Aisne und schon am nächsten Tag, den 21.1.1918 morgens 7 Uhr sind wir am […] Mehr lesen …
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15.1.1918 An der Aisne war alles vorbildlich
Wir sollen nach Maubeuge in Ruhe kommen. An der Aisne war alles vorbildlich. Heute ist Ablösungstag. Bei meiner Ankunft im Lager erfahre ich als Neuigkeit, dass wir in einigen Tagen herausgezogen und nach Maubeuge in Ruhe gebracht werden sollen. Wir werden wohl mit Wehmut an unsere schöne Zeit an der Aisne zurückdenken. Alles – Stellung, […] Mehr lesen …
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13.1.1918 Neue Flugblätter der Franzosen
Draußen ist alles weiß. Neue Flugblätter der Franzosen. Wer ist der nächste Angreifer? Ich bin seit dem 7. wieder in Stellung. Draußen ist noch alles weiß. Zweimaliges Tauwetter vermochte den Winter nicht zu verscheuchen. Solange wir hier unsere ruhige Stellung behalten können, soll uns die Kälte willkommen sein. Wir finden sogar wieder einmal Gelegenheit, gegenseitig […] Mehr lesen …
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3.1.1918 Der Krieg ist eingeschlafen
Weihnachten und Neujahr liegen hinter uns. Der Krieg ist eingeschlafen. Die Scheidewand zwischen “Volks”- und “höherer” Schulbildung. Die Vertretung des Feldwebels liegt hinter mir. Ich habe eine ruhige und angenehme Zeit verlebt. Alles blieb in bester Ordnung und auch im alten Gleise. Selbst der Batterieführer war diesmal mit mir zufrieden. Die Weihnachtsfeier am 24.12. reihte […] Mehr lesen …
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14.12.1917 Eiserne Portionen
Wir wünschten, es ginge wieder einmal vorwärts. Eiserne Portionen! Nochmals Vertretung des Feldwebels. Nach dreiwöchigem Aufenthalt auf Beobachtung und zuletzt in der Feuerstellung kehre ich zur Sammelstelle zurück. Vorn war es recht ruhig. Fast möchte man glauben, dem Frieden schon einen Schritt näher zu sein. Und doch wickeln sich bei den Franzosen wie bei uns […] Mehr lesen …
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20.11.1917 Streit zwischen Bataillons- und Batterieführer
Erst waren die Franzosen ruhig – jetzt geht es wieder los. Der Streit zwischen Bataillons- und Betterieführer. “Wir” sind die Leidtragenden – und der Batterieführer geht nach der Heimat. Beobachtung auf der “Römerschanze”. An der Front war es seit unserem Hiersein verhältnismäßig ruhig. Gestern lebte die feindliche Artillerietätigkeit wieder auf. Die Franzosen beschossen während der […] Mehr lesen …
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10.11.1917 Rin in die Kartoffeln – raus aus die Kartoffeln
Rin in die Kartoffeln – raus aus die Kartoffeln – rin in die Kartoffeln! Alles wird man mal im Leben leid, sogar das Kriegstagebuchschreiben. Aus dem Urlaub zurück. Der neue Papierkrieg. Am 1.11. Stellungswechsel nach der Aisne. Waldlager “Schwaben” bei Sissonne. Am 2.11. In Stellung bei Outre. Russland soll Waffenstillstand angeboten haben. Nach wochenlanger Bummelei […] Mehr lesen …
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Zum dritten Mal an der Aisne
Die Räder der nunmehr fast die ganze Welt umspannenden Kriegsmaschine drehen sich unentwegt weiter. Von Verdun schon zum dritten Mal nach der Aisne. Aus einem Hexenkessel in den anderen. Gibt es denn keinen Weg, der uns von dieser endlosen Hölle erlöst? — So denken wir, indem uns die bekannten Kampfstätten des Frühjahrs 1917 von neuem […] Mehr lesen …
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9.10.1917 Nochmals Heimaturlaub
Nochmals ein Heimaturlaub. Wie schon so oft, so schließt auch diesmal mein Büchlein (es ist inzwischen das 9. Geworden) mit einem Heimaturlaub ab. Am 6.10. Vormittags 10 Uhr kam ich aus der Feuerstellung und schon am Nachmittag konnte ich abgondeln. Fahrt 6:30 Uhr ab Dun über Longuyon, Metz, Frankfurt, Erfurt, Leipzig bis Wilsdruff etwa 36 […] Mehr lesen …
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